Mit Nahwärme zur nachhaltigen Wärmeenergieversorgung

Was zeichnet eine zukunftsorientierte Heiztechnik aus?

Um die Klimaziele zu erreichen, ist der Ausstieg aus der fossilen Heizenergieversorgung unabdingbar. Öl-, Gas und Nachstromspeicherheizungen müssen bis 2050 durch Heizungen mit erneuerbarer Energie wie Wärmepumpen und Nahwärmeversorgung ersetzt werden. Ergebnissen der Machbarkeitsstudie des Ingenieurbüros Team für Technik (TfT) zufolge ließen sich mit einem Nahwärmenetz in Teilen Wettersbachs, das mit Wärmepumpen und Spitzenlastkesseln betrieben wird, 146 Gebäude in Grünwettersbach und 95 Häuser in Palmbach mit Wärmeenergie versorgen.

Was wird in der Machbarkeitsstudie „Nahwärme Wettersbach“ betrachtet?

Ein Wärmenetz mit niedrigen Betriebstemperaturen (ca. 40°C) könnte eine interessante Alternative zum klassischen Wärmenetz sein, da nur geringe Wärmetransportverluste und viel weniger Investitions- und Betriebskosten als bei „heißen“ Wärmenetzen zu verzeichnen sind. Neubauten sowie sanierte Gebäude können mit der notwendigen, geringen Heizenergie direkt aus dem 40°C-Netz versorgt werden. Für die Bestandsgebäude mit hohem Energieverbrauch wird die bestehende Heizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, die die Heizwassertemperatur aus dem Netz auf die für das Gebäude notwendigen 65-80°C anhebt. Reale Installations-Beispiele zeigen, dass sich sehr attraktive Energiepreise erzielen lassen, wenn die zentrale und die individuelle Wärmepumpe mit Photovoltaik-Strom versorgt werden. Ein weiterer Pluspunkt: Mit solch einem Nahwärmenetz findet eine flammen-/verbrennungsfreie Wärmeerzeugung statt, was für eine erfolgreiche Energiewende ein Muss ist. Da der Lebenszyklus von Heizungen bis 2050 mindestens einmal erreicht ist, ließe sich die Umstellung auf ein Niedertemperatur-Nahwärmenetz ohne große Mehrkosten erreichen. Auf eine komplette Gebäudesanierung zur Energieeffizienzsteigerung könnte bei dieser Umstellung verzichtet werden, wenn nicht ausreichend Kapital zur Verfügung steht. Je mehr Bewohner sich an das Netz anschließen, desto geringer werden die Nahwärmekosten des einzelnen Wärmeabnehmers.

Was kostet der Anschluss eines Gebäudes an ein Nahwärmenetz in Wettersbach?

Genau diese Kostenanalyse wird TFT in den verbleibenden Monaten durchführen, um die beiden vorgestellten Konzepte für eine klimaneutrale Energieversorgung in Wettersbach mit konkreten Kennzahlen zur Wirtschaftlichkeit zu hinterlegen – sowohl für die Wärmenetz-Betreiber als auch für Anschlussnehmer.

Aktueller Stand zur Machbarkeitsstudie

Zweiter Nahwärme-Arbeitskreis in Wettersbach

Am Donnerstag, 11.07.2019, trafen sich interessierte Wettersbacher Ortschaftsräte sowie Bürgerinnen und Bürger zum 2. Nahwärme-Arbeitstreffen im Bürgersaal des Rathauses Grünwettersbach. Gemeinsam mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) diskutierten die Teilnehmenden über die Fortschritte im lokalen Klimaschutz durch die Umsetzung eines Nahwärmenetzes mit erneuerbaren Energien als zukunftsorientierte Heizwärmeversorgung.

Öffentliche Ortschaftsratssitzung in Wettersbach

Am 21. April informiert die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Team für Technik (TfT) über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zum Nahwärme-Konzept für Wettersbach. Die öffentliche Sitzung findet von 19 bis 21 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Grünwettersbach statt.

Weitere Informationen

Zum Nahwärme-Konzept