Die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) hat ihre Arbeit im EnergieQuartier Stupferich im November 2019 aufgenommen. Mit der Unterstützung der Bewohner*innen sowie der Ortschaftsrätinnen und -räte wurde im Winter 2019/2020 für alle Wohngebäude der energetische Zustand erfasst und ausgewertet. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden Szenarien ermittelt, mit welchen Maßnahmen die Wohngebäude in Stupferich klimaneutral werden können. Um die Karlsruher Klimaziele zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen bis 2030 um 58% reduziert werden (vgl. Karlsruher Klimaschutzkonzept). Jede Eigentümerin und jeder Eigentümer entscheidet selbst, ob er oder sie dieses Ziel durch den Umstieg auf moderne Heiztechnik und erneuerbare Energien unterstützt oder weiter mit fossilen Energieträgern heizt.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Verteilung der Energieträger: Wie heizt Stupferich?

Um zu ermitteln, welche Energieträger im Quartier genutzt werden, wurden die Bewohnerinnen und Bewohner befragt (Abb.1). Die Ergebnisse ergeben folgendes Bild:

EQ_Stupferich_Energieträger-Verteilung
Abb. 1: Energieträgerverteilung im EnergieQuartier Stupferich

Außergewöhnlich hoch ist der Anteil an Nachtstromspeicherheizungen von rund 18%. Werden diese nicht mit Ökostrom betrieben, ist die CO2-Emission pro kWh Wärmeenergie nach dem deutschen Strommix höher als für eine Öl- oder Gasheizung. Zusammen wird mit diesen Energieträgern mehr als 90% der Wärme und über 7.000 t CO2 pro Jahr erzeugt.

Werden diese Heizungen durch Wärmepumpen, Nahwärme mit Erneuerbaren Energien oder durch Pelletheizungen ersetzt, kann die CO2-Emission um 60% gesenkt werden. Derzeit gibt es für Heizungssanierungen eine Förderung von 20 bis 45% der Kosten. Wenn die Energiekennzahl des Gebäudes unter 100 kWh/(m²a) liegt, kommt eine Wärmepumpe in Frage, die bestenfalls mit Ökostrom betrieben wird. Über 90% der Gebäude haben jedoch einen Energieverbrauch von über 100 kWh/(m²a), der sich mit einer energetischen Sanierung der Gebäudehülle (Dämmung, neue Fenster) deutlich reduzieren lässt. Eine solche Sanierung wird je nach dem erreichten Effizienzhausstandard entweder mit 20% der Kosten bzw. max. 10.000 € oder bis zu 40% der Kosten bzw. max. 48.000 € gefördert. Das sind ideale Förderbedingungen, um ein Bestandsgebäude mit reduziertem finanziellen Eigenanteil zu modernisieren und den Wohnkomfort sowie den Immobilienwert zu steigern.

Mit welchen Maßnahmen kann das Klimaziel erreicht werden?

Mit welchen Maßnahmen können die CO2-Emissionen reduziert werden?

Stufperich_Maßnahmen_CO2-Reduktion
Maßnahmen zur CO2-Reduktion: Gebäudesanierung, Energieträgerwechsel & Einsatz EE

Durch die Sanierung der Gebäudehülle und der damit verbundenen Energiereduktion werden rund 18% CO2 eingespart.

Durch einen Energieträgerwechsel (ETW) und den Einsatz von Wärmepumpen können 61% CO2-Reduktion erreicht werden. Deswegen ist der Ausstieg aus der fossilen Wärmeversorgung so wichtig.

Die verbleibende CO2-Reduktion wird durch Solarthermie und Photovoltaik (PV) erreicht. Wer sich eine PV-Anlage zulegt, kann den selbst erzeugten Strom nutzen und seine Stromkosten reduzieren. Denn während der eigene PV-Strom nur ca. 10 Cent/kWh kostet, liegt der Standardstrompreis bei rund 30 Cent/kWh.

Wie unterstützt die KEK Stupferich bei der Zielerreichung?

Kostenfreie und unabhängige Energieberatung im Quartier

Eine energetische Sanierung will gut durchdacht sein und im Vorfeld stellen sich viele Fragen: Welche Maßnahmen bieten das größte Einsparpotenzial? Was ist notwendig und energetisch sowie wirtschaftlich sinnvoll? Wie kombiniere ich unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll? Als gemeinnützige Institution der Stadt Karlsruhe berät die KEK unabhängig, neutral und individuell. In den nächsten beiden Jahren bieten die Energieexperten der KEK kostenfreie Erst-Beratungen für Mieterinnen/Mieter und private Eigentümerinnen/Eigentümer an zentraler Stelle im Quartier (z.B. im Rathaus) an.

Wer eine Beratung bei sich zuhause möchte, kann zwischen verschiedenen Energie-Checks wählen, die die KEK in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegen eine Eigenbeteiligung von 30 Euro pro Check anbietet: z.B. Gebäude-, Heizungs-, Solarwärme- oder Solareignungs-Check. Bei allen Energie-Checks prüft ein zertifizierter Gebäudeenergieberater der KEK das Gebäude bzw. die Anlage vor Ort und informiert individuell zu Sanierungsmöglichkeiten, gesetzlichen Regelungen und Fördermöglichkeiten. Die Ergebnisse werden in einem Kurzbericht zur Verfügung gestellt, die Eigenbeteiligung pro Check liegt bei jeweils 30 Euro.
>>zu den Energie-Checks

Begleitung bei der Maßnahmenumsetzung des Quartierskonzepts

Die Analysen im Quartierskonzept zeigen, dass zum Erreichen der Klimaschutzziele im Quartier Stup-ferich die Gebäudesanierung und der Energieträgerwechsel die wesentlichen Rollen spielen und gleichermaßen vorangebracht werden müssen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen (vgl. Tabelle 1) ha-ben daher zum Ziel, die Aktivitäten in diesen Bereichen zu beschleunigen und auszubauen. Dabei sind unterschiedliche Akteure beteiligt. Innerhalb der nächsten beiden Jahre begleitet das Sanierungsma-nagement der KEK die Initiierung und Umsetzung der nachfolgend genannten Maßnahmen. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.kek-karlsruhe.de , per Mailinfo@kek-karlsruhe.de oder telefonisch 0721/48088-0.

Alle Maßnahmen im Überblick

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